Tour Üssere Fisistock

Kategorie: Bergwandern, Hochtouren | 0

 

 


Facts

Gebiet Kandersteg, Berner Oberland
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala T4-T5
Absicherung keine
Technisches Material Pickel, Leichtgurt, 30m Seil
Teilnehmer Zwei
Zeitbedarf 11h

 

 

Tourenbeschreibung

Unverhofft kommt oft… Das Motto stimmte hier durchaus. Eigentlich war geplant an diesem Wochenende nach Saarbrücken zu reisen und meinen Geburtstag zu feiern. Da aber der Wetterbericht ein Prachtwochenende mit äusserst stabiler Wetterlage vorhersagte, bat ich kurzerhand um Verständnis dies um eine Woche zu schieben. Somit konnte ich mir dieses tolle WE als Geburtstagsgeschenk machen. Vielen Dank!!

Die Tour vom Gasterntal über den Halpigang auf den Fisistock lag schon sehr lange auf meiner Todo-Liste. Jedoch braucht es für diese Tour ein stabiles Wetter und das war diesen Sommer ja eher Mangelware. Schon mehrfach habe ich bei Wanderungen im Gasterntal voller Ehrfurcht auf die Felsabbrüche und die darüber liegende Alp geschaut und man kann sich eigentlich kaum vorstellen, dass man da ohne klettern hoch kommt. In diversen Tourenberichten und Bergliteratur ist der Weg jedoch beschrieben und die Planung war bereits weitestgehend gemacht. Spontan kam Ursula mit.

Start war (für diese Tour eigentlich ein bisserl spät…) gegen 08:00 Uhr am Ortsausgang Kandersteg an der Strasse ins Gasterntal. Tipp: Im Sommer kann ca. 3/4h mit dem Bus eingespart werden. Der Abzweig in Richtung Halpigang ist problemlos zu finden, bei der Bank nahe Punkt 1368 ziehen Wegspuren deutlich sichtlich Richtung Nord-Westen. Zunächst recht sanft, dann aber an Steilheit gewinnend und teilweise ausgesetzt geht es über Schutt- und Grasbänder in die Höhe. Schnell werden die Tiefblicke ins Gasterntal immer Eindrücklicher. Der Aufstieg führt schliesslich auf die Alp Halpi, eine grosse flach abfallende Grasfläche. Wir werden von weitem genau beobachtet, eine grosse Gruppe von Gämsen behält uns stets im Blick und zieht sich in unwegsameres Gelände zurück. Das beschert uns einigen Steinschlag von oben, wir nutzen die Zeit für eine kleine Rast und anschliessend ist es wieder ruhig von oben. Der Weg ist eigentlich recht gut erkennbar, immer mal wieder sind Wegspuren sichtbar oder Markierungen in Form von gelben Strichen. Diese sind jedoch für den Abstieg exponiert und im Aufstieg kaum erkennbar.
Nachdem die grosse Grasfläche erklommen ist wechselt die Szenerie nochmals völlig. Das noch immer saftige Grün wechselt zu Grau, es wird schotterig und teilweise muss man den Weg nun richtig suchen. Manchmal macht man auch einen Schritt nach vorne und rutscht dann zwei zurück. Einige ausgesetzte Passagen in diesem Terrain runden den T5 Charakter der Tour ab. Bald ziehen wir aus den Schutt-Bändern nördlich Richtung Fisi-Pass und machen uns auf den Gipfelanstieg zum Fisistock. Auch hier ist nochmal Wegsuche angesagt, aber über den leichten Gipfelaufbau auf der Westseite erreichen wir gegen 14:30 den Gipfel des Üsseren Fisistocks. Als Belohnung erwartet uns ein überwältigender Fern- und Tiefblick. Mit Abstand den Besten Tag des Jahres haben wir für diese Tour erwischt.

Der Abstieg über das Brünnlital zieht sich dann doch ziemlich hin, insbesondere da im unteren Teil über recht grobe Blöcke gegangen werden muss. Weiter oben kann man es im Schotter immer mal wieder etwas laufen lassen… Oberhalb der Fisialp kommen wir wieder auf den Bergweg und gelangen dann in der bereits fortgeschrittenen Dunkelheit nach Kandersteg.

Fazit: Grandiose Tour in einem äusserst wilden Gelände. Genug Wasser mitnehmen, oberhalb des Halpiganges gibt es keine Möglichkeit zum Nachfüllen mehr!