Tour Juchlistock

Kategorie: Bergwandern | 0

 

 


Facts

Gebiet Grimselgebiet, Berner Oberland
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala T5, einige Kletterstellen im 2.Grad
Absicherung keine
Technisches Material Leichtgurt, Prusik, 30m Seil, Klemmkeile und Friends
Teilnehmer Solo
Zeitbedarf mit kurzer Rast ca. 5h

 

 

Tourenbeschreibung

Der Juchlistock wird im Hochtourenführer Berner Alpen als lohnender Aussichtspunkt am östlichen Eckpunkt des wuchtigen Rückens nordwestlich des Grimselhospiz beschrieben. Alles klar?! Nix wie hin… An diesem schönen Samstag gibt es noch dazu einen Grund mehr die frühe und lange Anreise ins Haslital anzugehen: der „Tag des offenen Stollens“ lockt und ich wollte mir schon immer mal die gewaltigen Stollenanlagen der Kraftwerke Oberhasli und die neuen Baustellen dort anschauen. Also früh losgefahren und gegen 9:00 als einer der Ersten ab zur Besichtigung der Anlagen. Sehr beeindruckt haben mich der mannshohe Druckstollen und die gigantischen Ausmaße der unterirdischen Kavernen. Die Fahrt im Berginneren zum Wasserschloss habe ich mir dann aufgrund des nun herrschenden Andrangs und da ich noch eine Tour geplant habe gespart. Nächstes Jahr…
Gegen 10:30 war ich dann am Fuße der Räterichsbodensee-Staumauer und begann den Aufstieg. Zunächst geht es über den Hüttenweg der Bächlitalhütte bis hinauf zum Bächlisee (etwa 2156) und dann über dessen kleine Staumauer über den zunächst grob blockigen Südhang aufsteigend. Mein Plan war, direkt auf den Brüngrat aufzusteigen und dann dem Grat bis auf den Gipfel des Juchlistocks zu folgen. Über die groben Schuttbänder geht dies zu Anfangs recht gut, der Aufstieg wird jedoch weiter Oben durch feineres Geröll und brüchigen Fels recht mühsam und zunehmend heikel. Jeder Tritt und Griff ist zu prüfen. Umso erstaunter bin ich über die tolle Qualität des Felsens auf dem Grat (Augengneis). Schöne leichte, aber manchmal recht ausgesetzte Kraxelei bis zum Gipfel. Die Aussicht ist wirklich toll! Leider zieht es recht schnell etwas zu und ich genieße den Gipfel nur kurz, da es auch leicht zu tröpfeln beginnt.
Für den Abstieg habe ich vorab den Weg durch das Juchli mit Querung über Punkt 2298 zu den Strahlschälen und dann zurück zum Hüttenweg erkoren. Der Gipfelgrat muss nochmals traversiert werden, jetzt bei etwas aufkommender Nässe ein eher zweifelhaftes Vergnügen… Geht aber recht gut und so steige ich einer markanten Rinne folgend ins Juchli ab. Mehrfach finde ich kleine Strahlerhöhlen mit entsprechenden Werkzeugen und Vermerken, dass man die Finger von den Quarzen lassen soll. Die Querung zu den Srahlschälen erfordert nochmals leichte Kletterei an einigen Stellen und bald kommt wieder der Bächlisee ins Blickfeld. Auf dem Hüttenweg gehts flott zurück zum Räterichsbodensee und ich beginne gegen 16:00 Uhr mit der Rückfahrt.
Toller Tag! Die Tour ist nicht ohne (der direkte Aufstieg hat T5 verdient), gerade die letzten Höhenmeter auf den Grat sind wirklich heikel. Nächstes mal steige ich komplett über das Juchli ab zum Hüttenweg der Finsteraarhornhütte, kann man vielleicht schön mit einem Besuch dort kombinieren.